Medienkompetenz

Medienkompetenz – Lösung für alles?

Exzessive Spielen am Computer, Gewaltdarstellungen im Netz, Cybermobbing - und die Lösung ist: Medienkompetenz.

Immer wieder wird dieses Wort bemüht und ist mittlerweile fast zu einer Art Allheilmittel für unterschiedlichste problematische Auswüchse des digitalen Zeitalters geworden.

Was bedeutet Medienkompetenz und wird dieser Begriff, den Ansprüche, die an ihn gestellt werden, eigentlich gerecht?

Geschichte des Begriffs

In den 90er Jahren hat der Begriff Medienkompetenz besondere Bedeutung erlangt. Er wurde maßgeblich durch Dieter Baacke geprägt, der damit die Fähigkeit verband „Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu nutzen“. (Baacke, Dieter: Medienkompetenz als zentrales Operationsfeld von Projekten, In: Handbuch Medien: Medienkompetenz, Bonn, Bundeszentrale für politische Bildung, 1999)

Er unterteilte den Begriff in vier Dimensionen:

1. Medienkunde (Fähigkeit mit neuen Medien umzugehen, sie handhaben zu können(instrumentell); Kenntnisse über Inhalte, Strukturen, Nutzungsgewohnheiten verschiedener Medien (inforamtiv))

2.Medienkritik (Problematische Aspekte analytisch erfassen, Wissen reflexiv auf eigenes Handeln anwenden und Handeln unter ethischen Gesichtspunkten bewerten)

3. Mediennutzung (Mediennutzung entsprechend motivationaler, situationsabhängiger Bedürfnisse/Interessen; Entwicklung einer "Genussfähigkeit" in Hinblick auf die Mediennutzung; Verknüpfung von Mediennutzung und Alltagswelt)

4. Mediengestaltung (innovative Veränderung und kreative Weiterentwicklung)

 

Was bedeutet das für das Web 2.0?

Das so genannte Mitmachnetz hat es geschafft in kürzester Zeit, aus einem unverbindlichen Angebot, das Netz zu nutzen, ein fast unkündbares Dauerabo der Onlinewelt zu machen. Die Möglichkeiten des Internets für die Schule, Ausbildung und Beruf aber auch für jegliche Freizeitaktivitäten sind grenzenlos. Diese enorme Zunahme an Chancen geht auch mit einer Zunahme an Risiken einher.

Diese gilt es zu erkennen, sein Handeln darauf hin zu reflektieren und gegebenenfalls zu ändern.

Entsprechend Baackes Ansatz bedeutet das, neue Medien nutzen zu können, sich aber auch eine kritische Distanz gegenüber diesen wie auch gegenüber den transportierten Informationen zu erarbeiten.

Die Förderung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sollte als lebenslange gesellschaftliche Aufgabe verstanden und von den unterschiedlichsten Institutionen unterstützt werden.

Dabei ist ein Schritt, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Fachkräfte unterschiedlichster Disziplinen zu qualifizieren richtig mit dem Internet umzugehen. Ein Transfer von Theorie in die Praxis gilt es zu fördern. Praktische Umsetzung von medienpädagogischer Aktivitäten, zugeschnitten auf die entsprechende Zielgruppe und in vielfältiger Ausgestaltung ist eine sinnvolle Herangehensweise.